Ein etwas grüner Architekt – warum dieser Blog?

Alpental mit kleiner Kirche im Vordergrund, Südtirol

Gestalten begleitet mich seit vielen Jahren: Räume, Gebäude, Ideen. Mit der Zeit begann dieser Gestaltungswille auch meinen Alltag zu erreichen. Heute bin ich Othmar, Architekt und Lehrer im Ruhestand – und jemand, der neugierig geworden ist, wie bewusstes Leben aussehen kann.

Weite Landschaft mit einem einzelnen Baum unter blauem Himmel als ruhiges Naturmotiv.
Eine Zypresse im Sonnenblumenfeld bei Fermo in den Marken

Warum ein Architekt aufgehört hat, Plastik selbstverständlich zu finden

Der Auslöser war kein großes Erlebnis. Kein Schock, keine Krise. Es war ein leises, schleichendes Bewusstwerden. Ein Blick in die Küche zeigte Plastik – überall. Im Badezimmerschrank dasselbe. Selbst die Jacke bestand aus Kunstfasern.

In solchen Momenten tauchen Fragen auf: Wie ist das passiert? Und vor allem: Muss das so bleiben? Wie ich im Alltag experimentiere, beschreibe ich in Zweimal die Woche laufe ich.

Alternativtext ← wichtigster für Google Alter Holzzaun mit Blick auf Südtiroler Dorf und Alpental, Vinschgau
Südtirol – wo der Rasenna-Blog zu Hause ist

Ich bin kein Extremist – ich bin neugierig

Perfektion zu predigen bringt wenig. Aktivismus mit erhobenem Zeigefinger ebenso. Viele Kunststoffe sind notwendig – und das akzeptiere ich.

Zwischen dem Notwendigen und dem Überflüssigen liegt jedoch ein großer Spielraum. Genau dieser Raum interessiert mich. Dort entstehen Fragen wie:

Welche Alternativen sind schöner, natürlicher und alltagstauglich?

Was lässt sich weglassen?

Was kann ersetzt werden?

Diese Fragen treiben mich an und dieser Blog ist mein Versuch, Antworten zu finden. Einige Tipps dazu in meinem Mini-Guide Hub.

Laufshirts aus Baumwolle und Polyester als visueller Materialvergleich.
Vergleich von Laufshirts Kunststoff-/Naturfaser

Nachhaltige Alternativen

In diesem Blog stelle ich Produkte vor, die wirklich funktionieren. Ich berichte ehrlich, was überzeugt – und was nicht. Die Themen betreffen uns alle: Gesundheit, Umwelt, Kinder, Alltag.

Und das alles mit Leichtigkeit. Denn Veränderung muss keine Last sein. Manchmal ist sie sogar eine Freude.

Mehr dazu im Artikel Weniger Plastik – mehr Leben.

Ich freue mich, dass du hier bist. Jeder kleine Schritt zählt – deiner auch.

Othmar / Ein etwas Grüner Architekt


Mini-Guide: Der Moment in dem man Plastik plötzlich sieht und man beginnt Plastik im Alltag zu hinterfragen

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Ereignis, sondern mit einem Blick, der plötzlich klarer wird. Wer bewusst hinschaut, erkennt wie selbstverständlich Plastik geworden ist – und wie leicht es wäre kleine Dinge zu verändern.

Schau dich heute um – drei einfache Übungen für heute:

  • Öffne deinen Kühlschrank – wie viel Plastik siehst du?
  • Schau in deinen Badezimmerschrank – zähle die Plastikbehälter
  • Schau auf deine Kleidung – wie viel ist Kunstfaser?

Was du mitnehmen kannst:

  • Bewusstsein entsteht durch Hinschauen
  • Fragen öffnen Wege – nicht Antworten
  • Neugier ist ein guter Anfang
  • Veränderung darf leicht sein
  • Jeder kleine Schritt zählt

Nabu zeigt, wie stark Plastik unseren Alltag prägt und welche Alternativen bereits heute funktionieren.

Auch der WWF erklärt, wie Plastik in die Umwelt gelangt und warum bewusster Konsum ein wichtiger Schritt ist.

Rasenna – warum ein etruskischer Name für einen plastikfreien Blog?

Sarkophag der Eheleute – etruskisches Paar, Cerveteri, ca. 520 v. Chr., Musée du Louvre

Wer einen Blog über plastikbewusstes Leben startet, erwartet vielleicht Namen wie „Grüner Alltag“ oder „Plastikfrei leben“ und nicht den Namen eines italischen Volkes, das vor über zweitausend Jahren existierte. Doch manchmal findet man die beste Antwort auf eine moderne Frage in einer sehr alten Geschichte.


Wer waren die Rasenna?

Rasenna – so nannten sich die Menschen, die wir heute als Etrusker kennen. Zwischen dem neunten und dem ersten Jahrhundert vor Christus lebten sie in Mittelitalien: in der Toskana, entlang der tyrrhenischen Küste, in Teilen Umbriens und der Poebene bis zum Lago Maggiore. Später blieb das Volk bestehen, doch seine Kultur wurde von der römischen überlagert.

Die Rasenna waren Seefahrer, Händler und hervorragende Handwerker und ihre Produkte aus Bronze, Ton, Holz, Leinen und Bienenwachs fanden im gesamten Mittelmeerraum Verbreitung und für ein Jahrhundert herrschten sie sogar über Rom.

Ihre Sprache gehört zu keiner bekannten Sprachfamilie. Woher sie kamen, ist bis heute ungeklärt. Manche vermuten eine Einwanderung aus Kleinasien, andere aus dem Norden, wieder andere glauben, sie seien autochthon. Die Frage bleibt offen – und das passt zu einem Volk, das bis heute Geheimnisse bewahrt.


Eine Zivilisation mit bemerkenswerter Haltung

Was die Rasenna von vielen antiken Kulturen unterscheidet, ist der gesellschaftliche Status ihrer Frauen. Während griechische Frauen – zumindest in Athen – ihr Leben im häuslichen Bereich verbrachten und römische Frauen rechtlich unter der Vormundschaft von Vater oder Ehemann standen, genossen etruskische Frauen ein erstaunlich hohes Maß an Freiheit.

Sie erschienen in der Öffentlichkeit, nahmen an Banketten teil, waren gebildet und wurden in Kunstwerken als gleichberechtigte Personen dargestellt. Für griechische und römische Beobachter war das schockierend – für uns wirkt es überraschend modern. Mehr dazu erfährst du in meinem Artikel „Die Frauen der Rasenna„.

Die Rasenna waren keine Vorstufe von etwas anderem. Sie waren sie selbst.

Steinerne Sphynx als Symbol für Naturmaterial, Handwerk und Beständigkeit – Inspiration im Rasenna‑Blog.
Sphynx, Mitte 6. Jh. v. Chr., Archeologisches Museum, Chiusi

Was sie mit heute verbindet

Die Rasenna lebten in einer Zeit, in der das Leben – mit allen Höhen und Tiefen – noch im Einklang mit der Natur stand. Ihre Handwerksprodukte entstanden aus Materialien, die atmen, altern und vergehen: Ton, Holz, Bronze, Leinen, Bienenwachs. Nichts davon blieb Jahrhunderte als Müll bestehen.

Ihre Religion horchte auf die kleinsten Zeichen der Natur und suchte darin Orientierung. Eine Haltung, die uns heute fremd geworden ist – aber vielleicht notwendiger denn je.

Und dann ist da noch etwas, das besonders fasziniert: Von den Rasenna sind kaum längere Schriftstücke erhalten geblieben. Ihre Geschichte lebt in den Objekten, die sie schufen – in Gefäßen, Schmuck, Wandmalereien, Werkzeugen, Gebäuden, Skulpturen. Dinge, die schön und nützlich zugleich waren und nicht zum Wegwerfen bestimmt. Sie waren nicht ersetzbar durch etwas Billigeres.

Über die Rasenna werden wir hier noch öfter sprechen. Es gibt viel zu erzählen.

Ein etwas grüner Architekt

Dramatischer Sonnenuntergang mit Antisolar-Strahlen über den Hügeln der Marken, Fermo, Italien
Fermo, Marken – eine Heimat der Rasenna

Was wir von den Rasenna lernen können

Die Rasenna lebten mit Materialien, die atmen, altern und vergehen und ihre Haltung war geprägt von Naturverbundenheit, Handwerk und Qualität – eine Inspiration für ein modernes, plastikbewusstes Leben.

Was wir von ihnen mitnehmen können:

  • Natürliche Materialien haben Geschichte und Würde.
  • Handwerk verbindet Nutzen und Schönheit.
  • Nachhaltigkeit ist keine Erfindung unserer Zeit.
  • Die Haltung der Rasenna ist erstaunlich modern.
  • Alte Geschichten können neue Wege öffnen.

Wie sich diese Haltung im Alltag umsetzen lässt, zeige ich im Mini‑Guide Hub. Mehr über moderne Alternativen findest du im Artikel Weniger Plastik – mehr Leben.

Im Museo Archeologico Nazionale di Tarquinia sieht man einige der bedeutendsten etruskischen Wandmalereien und Alltagsobjekte.

Museo Nazionale Etrusco di Villa Giulia in Rom: hier sind außergewöhnliche Objekte der Rasenna – von Bronzegefäßen bis zu fein gearbeiteten Schmuckstücken aufbewahrt.

Das Museo Civico Archeologico Bologna zeigt etruskische Alltagsgegenstände, die die Verbindung zwischen Naturmaterialien und Handwerk sichtbar machen.