Mini-Guide Hub Teil 2 – Plastikfrei im Alltag

Plastikfrei im Alltag: Glasflasche, Stoffbeutel, Seifenstück, Holzbürste und Leinentuch auf einem Holztisch

Plastikfrei im Alltag entsteht in den kleinen Momenten, in denen wir bewusst entscheiden, was wir verwenden, kaufen oder ersetzen. Teil 2 des Mini-Guide Hubs knüpft genau dort an: bei praktischen Schritten, die sich mühelos in Küche, Bad, Haushalt und Bewegung integrieren lassen.

Während Teil 1 Wandern, Gärtnern und den Strand im Blick hatte, geht es hier um den Alltag zu Hause. Du findest kompakte Mini-Guides, eine Checkliste und ein How-To, realistisch, ruhig und ohne Druck. Jeder Impuls ist kurz und direkt anwendbar.

Dieser Hub wächst mit jedem Teil, und mit deiner Entscheidung, kleine Veränderungen zuzulassen, die langfristig viel bewirken.

Stirnseiten von Holzstämmen als Symbol für Holz statt Plastik im Alltag
Holzstämme für die Weiterverarbeitung gelagert.

Mini-Guide: Holz statt Plastik – 5 nachhaltige Alternativen

Holz ist warm, langlebig und plastikfrei. Diese fünf Alternativen helfen dir dabei.

  1. Holzschneidebretter statt Kunststoff – robust und reparierbar, bei richtiger Pflege auch hygienisch.
  2. Holzbürsten statt Plastikbürsten – für Küche, Bad und Haushalt. Achte auf Naturborsten, bei vielen Modellen sind sie aus Nylon.
  3. Holzspielzeug statt Plastikspielzeug – langlebig und pädagogisch wertvoll.
  4. Holzlöffel statt Kunststoffbesteck – hitzebeständig und ohne Mikroplastik durch Abrieb.
  5. Holzaufbewahrung statt Plastikboxen – Kisten, Körbe, Regale, schön und stabil.

Ein Gedanke dazu: Was du schon hast, darfst du aufbrauchen. Es geht nicht ums Neukaufen, sondern darum, beim nächsten Ersatz die bessere Wahl zu treffen.

Fazit: Holz ist ein natürlicher, nachhaltiger Begleiter, wenn du im plastikfrei im Alltag leben möchtest.

Flatlay mit Glasflasche, Seifenstück mit Magnethalter, Holzbürste, Teesieb, Karotte, Mandarine, Birne und Feige auf einem Holzbrett und Stoff
Im Haushalt gibt es viele Möglichkeiten Plastik zu vermeiden.

Checkliste: Plastikfrei im Alltag – der Einstieg ins plastikbewusste Leben

Mit dieser Checkliste gelingt der Einstieg mit einfachen kleinen Schritten, die du jeden Tag beginnen und weiterführen kannst.

1. Glas- oder Stahlflasche statt Plastikflasche – die einfachste Umstellung für unterwegs.
 2. Stofftasche statt Plastiktüte – eine Tasche im Rucksack oder Auto spart jeden Tag Plastik.
 3. Seifenstück statt Duschgel – hält länger und ist plastikfrei.
 4. Holzbürste (mit Naturborsten) statt Plastikbürste – kleine Umstellung, große Wirkung im Bad.
 5. Glasbehälter statt Plastikbox – für Reste und Kühlschrank. Vorhandene Boxen darfst du weiter benutzen.
 6. Leinentücher statt Mikrofasertücher – plastikfrei, saugfähig, langlebig.
 7. Bienenwachstuch statt Frischhaltefolie – wiederverwendbar und plastikfrei.
 8. Natron und Essig statt Plastikreiniger – zwei Hausmittel ersetzen viele Reiniger. Verwende sie getrennt: Essig gegen Kalk, Natron zum Scheuern.
 9. Obst und Gemüse unverpackt kaufen – am besten im Stoffbeutel.
 10. Eine Woche „Plastik beobachten“ – der wichtigste Schritt: erst sehen, dann ändern.

Fazit: Du musst nicht alle zehn Punkte auf einmal umsetzen. Such dir einen aus, der sich leicht anfühlt, und fang dort an. Was du schon hast, darfst du aufbrauchen, und jeder Ersatz, den du bewusst wählst, ist ein Schritt in die richtige Richtung und jeder kleine Schritt zählt. Mehr dazu im Artikel „Weniger Plastik, mehr Leben„.

Pappschale mit Apfel, Kürbis, Karotte, Orange und weiterem Gemüse, vollständig in Plastikfolie eingeschweißt
Auf den ersten Blick fast plastikfrei, bis man genauer hinschaut.

Mini-Guide: Der Moment, in dem man Plastik plötzlich sieht

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einem großen Ereignis, sondern mit einem Blick, der plötzlich klarer wird. Wer bewusst hinschaut, erkennt, wie selbstverständlich Plastik geworden ist, und wie leicht es wäre, kleine Dinge zu verändern.

Drei einfache Übungen für heute:

– Öffne deinen Kühlschrank – wie viel Plastik siehst du?
– Schau in deinen Badezimmerschrank – zähle die Plastikbehälter.
– Schau auf deine Kleidung – wie viel davon ist Kunstfaser?

Was du mitnehmen kannst:

  • Bewusstsein entsteht durch Hinschauen.
  • Fragen öffnen Wege, nicht Antworten.
  • Neugier ist ein guter Anfang.
  • Veränderung darf leicht sein.
  • Jeder kleine Schritt zählt.

Kompromisse gehören dazu. Nachhaltigkeit ist ein Prozess, kein Zustand, und jede Laufrunde kann ein kleiner Schritt sein. Mehr dazu im Artikel „Ein etwas grüner Architekt„.

Laufweg im Sommer
Laufweg entland des Baches durch das Biotop, Meran, Südtirol.

How-To: Plastikfrei(er) Sport treiben

Sportkleidung besteht größtenteils aus Kunststoff, und beim Waschen lösen sich Mikrofasern. Ganz verzichten muss man darauf nicht, aber es gibt nachhaltige Alternativen.

Was du diese Woche ausprobieren kannst:

  • Kleidung: Leinen oder Merinowolle sind atmungsaktiv und geruchsarm. Reine Baumwolle ist angenehm, trocknet aber langsam Am nachhaltigsten ist es, vorhandene Kunstfaser-Stücke erst aufzutragen. Beim Laufen kann das Baumwoll-T-Shirt gleich danach ausgezogen werden. Beim Wandern nimmt man sich besser ein Wechsel-Hemd mit.
  • Trinkflasche: Edelstahl oder Glas statt Plastik.
  • Snacks: Nüsse, Obst oder ein Brot im Stoffbeutel oder in der Edelstahldose.
  • Equipment: Auf Langlebigkeit achten und reparieren statt ersetzen.

Kompromisse gehören dazu. Nachhaltigkeit ist ein Prozess, kein Zustand, und jede Laufrunde kann ein kleiner Schritt sein. Mehr dazu im Artikel „Zweimal die Woche laufe ich„.

Feldweg durch die Campagna mit Blick zum Horizont - jeder kleine Schritt zählt
Feldweg in der Campagna

Mini-Guide: Warum kleine Schritte wirklich wirken

Die Verantwortung für ein plastikfreies Leben liegt nicht nur bei uns, aber wir sind Teil der Lösung. Bewusste Entscheidungen werden zu kleinen Routinen, und die summieren sich, wenn viele Menschen sie leben.

Gedanken dazu:

  • Politischer Druck ist notwendig.
  • Die Industrie trägt Verantwortung.
  • Alltagshandeln ist trotzdem wirksam.
  • Kleine Schritte sind realistisch und wertvoll.
  • Veränderung entsteht durch viele, nicht durch wenige.

Nachhaltigkeit beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit einem bewussten Moment. Jeder dieser Mini-Guides hilft dir, plastikfrei im Alltag zu leben, Schritt für Schritt. Mehr dazu im Artikel „Jeder kleine Schritt zählt„.

Siehe auch:


Etruskischer Schmuck – der Schmuck der Rasenna

Goldene Lorbeerkrone der Rasenna, ausgestellt im Museo Gregoriano Etrusco der Vatikanischen Museen

Etruskischer Schmuck galt im Altertum als Meisterleistung – die Rasenna waren im Altertum berühmt für ihre handwerklichen Fähigkeiten und man hat von ihnen hergestellte Gegenstände im ganzen Mittelmeerraum entdeckt. Besonders geschickt waren sie in der Herstellung von Schmuck. So fand man in den Grabstätten goldene Armbänder, Ketten, Diademe, Ohrringe, Fibeln und Ringe (mehr darüber im Artikel „Rasenna – warum ein etruskischer Name?„).

Goldener Rundanhänger mit Granulationsmuster an einer geflochtenen Goldkette
Etruskischer Goldanhänger, Walters Art Museum, Baltimore. Foto: Wikimedia Commons / Walters Art Museum, CC BY-SA 3.0

Ein Schmuck, den niemand wie die Rasenna machten

Eine besondere Technik, die von den Rasenna bei der Schmuckherstellung meisterhaft beherrscht wurde, nennt man Granulation. Sie schafften es, auf Ringen, Armreifen und anderen Schmuckstücken winzig kleine Goldkügelchen, oft nicht größer als 0,2 mm, auf der Oberfläche zu fixieren, ohne dass man eine sichtbare Lötverbindung erkennen konnte. Das Ergebnis war eine samtig-strukturierte Oberfläche von großer Feinheit.

Die Granulation kam wahrscheinlich aus dem Vorderen Orient und der ägäischen Welt – Mykene und Troja kennen frühe Beispiele. Die Rasenna perfektionierten sie aber auf einzigartige Weise, besonders zwischen dem 7. und 5. Jahrhundert v. Chr. – der sogenannten orientalisierenden Periode. Das Verblüffende: Die Rasenna beherrschten diese Technik auf einem Niveau, das danach für Jahrhunderte verloren ging.

Goldene Prunkfibel mit Tiermotiven aus der Regolini-Galassi-Grabkammer in Cerveteri
Große Goldfibel mit Scheibensteg, verziert mit Tiermotiven in Granulation, Treibarbeit und Punzierung. Aus der Hauptkammer der Regolini-Galassi-Grabkammer, Necropoli del Sorbo, Cerveteri. Museo Gregoriano Etrusco.

Schmuck aus Bernstein

Von den Ringen, Ketten, Ohrringen, welche die Frauen der Rasenna trugen, kennt man viele Beispiele mit Bernstein. Dieses versteinerte Baumharz findet man nur an den Küsten der Ostsee. Baltischer Bernstein wurde über die sogenannte Bernsteinstraße von der Ostsee bis ins Mittelmeer gehandelt – einer der ältesten Fernhandelswege Europas. In den Gräbern der Rasenna wurde reichlich Bernstein gefunden, oft zu kunstvollen Schmuckstücken verarbeitet. Chemische Analysen bestätigen: Es war baltischer Succinit.

Mit diesem Bernstein stellten die Handwerker der Rasenna viele verschiedene Schmuckstücke her: Ringe, Pendants für Halsketten und Ohrringe. In der Blütezeit ihrer Kultur war ihnen nichts zu teuer. Die Frauen der Rasenna liebten es, sich schön zu machen, und dann gingen sie allein, mit ihren Freundinnen oder mit ihrem Mann spazieren oder zu einem Bankett.

Das konnten sie im Unterschied zu den Frauen der Griechen und Römer, für die es unschicklich war, sich allein in der Öffentlichkeit zu zeigen, und die auch nicht zu Banketten gehen konnten, da sie den Männern vorbehalten waren (sh. auch den Artikel „die Frauen der Rasenna„).

Zwei goldene Bauletto-Ohrringe der Rasenna mit feiner Granulationsverzierung
Schmuck der Rasenna: Bauletto-Ohrringe aus Gold mit Granulationstechnik, Altes Museum Berlin. Beispiel für die meisterhafte Goldschmiedekunst der Rasenna.

Gebrauchsgegenstände für die Toilette

Um sich schön zu machen, verwendeten die Frauen der Rasenna Spiegel aus Bronze. Diese waren auf der Rückseite mit Gravuren versehen, die Szenen aus der Mythologie oder Alltagsszenen darstellten. Von diesen Spiegeln wurden große Mengen in den Gräbern als Beigabe gefunden, und sie stellen eine wichtige Quelle für das Verständnis der Kultur der Rasenna dar. Um sich die Haare zu kämmen, verwendeten die Frauen Kämme aus Elfenbein, die mit kunstvollen Dekorationen verziert waren. Parfümierte Salben wurden in Tonfläschchen aufbewahrt, und auch Behälter für wohlriechende Essenzen fehlten nicht.

Diese kunstvollen Objekte stellten die Rasenna mit einer Fertigkeit und einem Geschmack her, der in der Antike wenige Beispiele hatte. Wir können sie noch heute bewundern.

Was uns dieser Schmuck heute noch zeigt: Die Rasenna kannten keinen Wegwerf-Schmuck. Gold, Bernstein, Elfenbein, Bronze – jedes Material wurde mit einer Sorgfalt verarbeitet, die auf Dauer angelegt war, nicht auf schnellen Konsum. Granulationstechniken, die Jahrhunderte überdauern und uns noch heute verblüffen, sind das Gegenteil von dem, was wir heute oft unter Schmuck verstehen. Vielleicht ist das die eigentliche Lektion: Schönheit, die bleibt, statt Schönheit, die sich verbraucht.

Bronzespiegel der Rasenna mit gravierten mythologischen Figuren, darunter Minerva und Herkules
Bronzespiegel der Rasenna, 3. Jh. v. Chr., mit gravierten Figuren aus der griechisch-etruskischen Mythologie (Asclepius, Prometheus, Minerva, Herkules), benannt durch Inschriften am Rand. Metropolitan Museum of Art, New York

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt

Siehe auch: Walters Art Museum, Museo Gregoriano Etrusco, Altes Museum Berlin, Metropolitan Museum of Art

Womit putzen wir uns eigentlich die Zähne?

Holzzahnbürste in einem Becher neben einem Stück Naturseife – minimalistisches Badezimmermotiv für plastikfreie Zahnpflege.

Zweimal täglich, seit Kindheitstagen, besser dreimal. Zähneputzen ist so selbstverständlich, dass man kaum darüber nachdenkt. Und schon gar nicht darüber, womit man es tut. Die plastikfreie Zahnbürste ist eine
der einfachsten Antworten darauf.
Eine durchschnittliche Zahnbürste aus Plastik hat eine Lebensdauer von etwa drei Monaten, aber oft werden es auch sechs. Danach landet sie im Abfall – und bleibt dort, in irgendeiner Form, für Jahrhunderte. In Deutschland allein werden jährlich fast 200 Millionen Zahnbürsten weggeworfen. Nimmt man Europa als Ganzes, wird die Zahl schnell unvorstellbar groß. [Quelle: BUND]
Dabei ist die Zahnbürste eines der wenigen Dinge, die wir wirklich täglich benutzen und regelmäßig ersetzen. Ein kleines Produkt – aber mit einer großen Summe am Ende. Kein Weg führt wohl an der plastikfreien Zahnbürste vorbei?


Die Alternativen – und ihre Tücken


Die bekannteste plastikfreie Zahnbürste ist die Bambus-Zahnbürste. Der Griff ist aus Bambus, wächst schnell nach, ist biologisch abbaubar und fühlt sich angenehm in der Hand an. Soweit, so gut. Aber dann kommen die Borsten. Und hier wird es komplizierter.
Die meisten Bambus-Zahnbürsten haben Borsten aus Nylon – also aus Kunststoff. Vollständig plastikfrei ist die Zahnbürste damit nicht. Es gibt Alternative mit Schweineborsten, was wiederum für viele Menschen aus anderen Gründen nicht in Frage kommt.
Das ist kein Grund, die Bambus-Zahnbürste zu verwerfen. Es ist einfach ein Beispiel dafür, dass es das perfekte plastikfreie Produkt oft nicht gibt. Man wählt das Bessere – nicht das Perfekte. Der Griff aus Bambus statt aus Plastik ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung.

Zugegeben, es gibt auch noch andere Möglichkeiten: Einen Metallgriff und das austauschbare Köpfchen mit den Borsten. Da wirft man immer nur die Borsten weg.

Oder man geht ganz auf Natur und verwendet das Stäbchen aus Miswāk-Holz [Wikipedia], nachdem man es für die Verwendung richtig vorbereitet hat. Mit diesen Stäbchen vom Zahnbürstenbaum (Salvadora persica), putzt man seit Jahrtausenden die Zähne ohne Zahnpasta. Ein Hauch von Archäologie im Badezimmer – und erstaunlich effektiv dazu. Vielleicht haben sogar die Rasenna die Miswak-Stäbchen verwendet. Die Rasenna und ihre natürlichen Materialien: Die Frauen der Rasenna.

Miswak-Stäbchen aus dem Holz des Zahnbürstenbaums Salvadora persica – als plastikfreie Zahnbürste
Miswak-Stäbchen aus Salvadora persica. Illustration: rasenna.de

Mein erster Tausch – die Zahnbürste

Meine alte Plastikzahnbürste hat ausgedient. Sie wandert in den Abfall und wird mit ihm verbrannt oder in eine Deponie und liegt dort unzählige Jahre. Die neue Zahnbürste aus Buchenholz steht jetzt im Glas auf dem Waschbecken. Ob sie genauso gut putzt? Ja. Ob sie sich anders anfühlt? Auch. Ob es sich lohnt? Ich denke schon.

Vielleicht wäre Bambus besser gewesen, es wächst schneller nach und es müssen keine Bäume gefällt werden. Das nächste Mal denke ich daran.

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt

Minimalistische Darstellung einer plastikfreien Zahnbürste
Plastikfreie Zahnbürste im. Illustration von rasenna.de

Checkliste: Die Zahnbürste – mein erster Tausch

Der Wechsel zur plastikfreien Zahnbürste ist einfacher als gedacht. Ein kleiner Schritt – aber ein bewusster.

Diese Woche ausprobieren:

⬜ Plastikzahnbürste aufbrauchen – nicht vorzeitig wegwerfen!

⬜ Holz- oder Bambus-Zahnbürste kaufen – im Bioladen oder online

⬜ Auf die Borsten achten – Nylon oder Naturborsten?

⬜ Metallgriff mit austauschbarem Kopf als Alternative prüfen

⬜ Miswak-Stäbchen – einmal ausprobieren?

⬜ Alte Zahnbürste nicht wegwerfen – als Putzutensil weiterverwenden!

Fazit: Man wählt das Bessere – nicht das Perfekte.

Mehr über plastikfreien Alltag in meinem Artikel: Weniger Plastik – aber wie? Und in „Umweltbundesamt – Plastik vermeiden“.


Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Blog und präsentiert eine Vielzahl von Artikeln, Einblicken und Ressourcen, um Leser zu informieren und zu inspirieren.

Plastikfrei Wandern

Holzwegweiser mit Wanderzielen im Fichtenwald, Südtirol

Seit meiner Jugend gehe ich gerne in der Natur spazieren, ob in einem Park oder in einer ländlichen Gegend zwischen Feldern und Wiesen und früher war plastikfrei wandern normal. Ich liebe es auch in Wäldern zu wandern, sei das in der Ebene oder in einem Gebirge. Dort wo ich lebe, gibt es alle diese Möglichkeiten und ich halte mich mit regelmäßiger Bewegung fit.

Besonders das Berg-Wandern ist in Südtirol beliebt und die vielen Wanderwege ziehen viele Touristen aus allen möglichen Ländern an. Die Wanderwege sind gepflegt und man findet immer wieder Einkehrmöglichkeiten, um sich auszuruhen, etwas zu trinken oder zu essen, oder Schutz vor schlechter Witterung zu finden. Jeder findet, was er sucht: leichte, ebene Wanderwege oder anspruchsvolle, wo man eine große Anzahl von Höhenmetern überwindet.

Aber nicht alle Täler in Südtirol sind gleich stark besucht. Zufahrtssperren und Drehkreuze klingen nach Overtourism, sind befremdend und das Ergebnis von einem falschen Marketing. Dabei gibt es in Südtirol wunderbare Alternativen abseits der Touristenmagnete – kleine Ortschaften und stille Täler wo man sich wohler fühlt und die Natur unberührt ist.

Schmaler Wanderpfad zwischen Felsen und Nadelbäumen in Südtirol zum plastikfrei wandern
Schmaler Wanderpfad zwischen Felsen und Nadelbäumen, Südtirol.

Entlang von vielen längeren Wanderwegen, wie dem „Meraner Höhenweg“, kann man auf Bauernhöfen übernachten und am nächsten Tag den Weg fortsetzen. Einige dieser Bergbauernhöfe liegen auf 1.500 Höhenmetern und sind das ganze Jahr über bewohnt und bewirtschaftet. Sie haben ein paar Gästezimmer und man bekommt, wie auf dem „Obervernatschhof“ im Schnalstal, Abendessen und Frühstück, bevor man sich wieder auf den Weg macht.

Nachhaltig wandern: Kleidung und Materialien ohne Plastik

Überall entlang der Wege findet man Quellen, wo man seine Trinkflasche wieder auffüllen kann. Zur Stärkung nimmt man sich ein belegtes Brot, einen Apfel mit oder selbstgemacht Snacks, die man in einer Metallbox aufbewahren kann. Bei der Kleidung zahlt es sich aus auf Naturfasern zu setzen, auch wenn die Sportartikelketten fast ausschließlich Kunstfaser-Produkte anbieten. Und auch bei der Ausrüstung wird man langsam zu Naturmaterialien zurückfinden, so hoffe ich es zumindest. Warum kleine Veränderungen so viel bewirken, erkläre ich im Artikel Jeder kleine Schritt zählt.

Tannenzweige in Nahaufnahme vor dunklem Hintergrund in Südtirol entlang eines Wanderweges.
Tannenzweige in Nahaufnahme vor dunklem Hintergrund, Südtirol.

Und ja, respektieren wir die Natur, nicht nur in den National- oder Regionalparks, denn wir sind schließlich Gäste im Lebensbereich von Pflanzen und Tieren.

Wenn du erfahren möchtest, wie sich natürliche Materialien beim Sport anfühlen, dann lies den Artikel zweimal die Woche laufe ich.

Aus diesen Gedanken habe ich sieben konkrete Tipps zusammengestellt – für deinen nächsten Ausflug in die Natur.


Mini‑Guide: Plastikfrei wandern – 7 Tipps

Wandern ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Natur bewusst zu erleben — und gleichzeitig ein idealer Moment, um Plastik zu vermeiden. Mit diesen sieben Tipps gelingt dir ein nachhaltiger Ausflug ohne Aufwand und konkrete Tipps für den Alltag findest du im Artikel Weniger Plastik – aber wie?.

1. Wiederbefüllbare Trinkflasche

Glas oder Edelstahl sind langlebig, geschmacksneutral und absolut plastikfrei. Fülle sie vorab mit Leitungswasser oder Tee.

2. Snacks ohne Verpackungsmüll

Nüsse, Obst, Brote oder selbstgemachte Müsliriegel in Baumwollbeuteln oder Edelstahlboxen — kein Plastik, kein Müll.

3. Kleidung aus Naturfasern

Merinowolle, Baumwolle oder Leinen sind atmungsaktiv und vermeiden Mikroplastik, das sich beim Wandern aus synthetischer Kleidung löst.

4. Müllbeutel aus Papier oder Stoff

Nimm einen kleinen Stoffbeutel mit, um unterwegs Müll einzusammeln — deinen eigenen und vielleicht auch fremden.

5. Naturfreundliche Sonnencreme

Mineralische Sonnencreme ohne Mikroplastik schützt dich und die Umwelt.

6. Plastikfreie Ausrüstung

Holzgriff-Wanderstöcke, Baumwollrucksäcke, Metallbesteck — langlebig und reparierbar.

7. Respekt vor der Natur

Bleib auf Wegen, berühre keine Pflanzen, störe keine Tiere. Nachhaltigkeit beginnt im Verhalten.

Fazit: Plastikfrei wandern ist kein Verzicht — es ist ein bewusster Genuss.

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt


Weiterführende Links:

Plastikfrei wandern, gärtnern und am Strand – der Mini‑Guide Hub, Teil 1

Hellgrüne Fichtenzweige im Sonnenlicht vor dunkelgrünem Hintergrund

Plastikfrei leben beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit einem einzigen Moment der Aufmerksamkeit. Genau dort setzt Rasenna an: bei den kleinen, realistischen Schritten, die jeder Mensch sofort umsetzen kann. Dieser Hub bündelt alle Mini‑Guides, Checklisten und How‑Tos, die dir helfen, deinen Alltag, deine Freizeit und dein Zuhause nachhaltiger zu gestalten — ohne Druck, ohne Überforderung, dafür mit klaren, praktischen Impulsen.

Ob du plastikfrei wandern möchtest, deinen Garten bienenfreundlich gestalten willst oder nach einfachen Alternativen für Küche und Bad suchst: Hier findest du kompakte Inhalte, die dich inspirieren und begleiten. Jeder Guide ist kurz, verständlich und direkt anwendbar. Du kannst sie einzeln lesen oder als Sammlung nutzen, um Schritt für Schritt deinen eigenen nachhaltigen Weg zu gehen.

Teil 1 widmet sich dem Draußen-Leben: plastikfrei wandern, am Strand und im Garten. Dieser Hub wächst mit dir — und mit deiner Entscheidung, jeden Tag ein bisschen bewusster zu leben.


Plastikfrei wandern – 7 Tipps

Wandern ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Natur bewusst zu erleben — und gleichzeitig ein idealer Moment, um Plastik zu vermeiden. Mit diesen sieben Tipps gelingt dir ein nachhaltiger Ausflug ohne Aufwand. 

Wanderer auf einem Waldweg im Sommer plastikfrei unterwegs
zwischen Buchenbäumen, Monti Sibbilini, Marken, Italien.
Wandergruppe auf einem Waldpfad durch dichten Buchenwald, Laubboden im Vordergrund.

1. Wiederbefüllbare Trinkflasche

Glas oder Edelstahl sind langlebig, geschmacksneutral und absolut plastikfrei. Fülle sie vorab mit Leitungswasser oder Tee.

2. Snacks ohne Verpackungsmüll

Nüsse, Obst, Brote oder selbstgemachte Müsliriegel in Baumwollbeuteln oder Edelstahlboxen — kein Plastik, kein Müll.

3. Kleidung aus Naturfasern

Merinowolle, Baumwolle oder Leinen sind atmungsaktiv und vermeiden Mikroplastik, das sich beim Wandern aus synthetischer Kleidung löst.

4. Müllbeutel aus Papier oder Stoff

Nimm einen kleinen Stoffbeutel mit, um unterwegs Müll einzusammeln — deinen eigenen und vielleicht auch fremden.

5. Naturfreundliche Sonnencreme

Mineralische Sonnencreme ohne Mikroplastik schützt dich und die Umwelt.

6. Plastikfreie Ausrüstung

Holzgriff-Wanderstöcke, Baumwollrucksäcke, Metallbesteck — langlebig und reparierbar.

7. Respekt vor der Natur

Bleib auf Wegen, berühre keine Pflanzen, störe keine Tiere. Nachhaltigkeit beginnt im Verhalten.

Fazit: Plastikfrei wandern ist kein Verzicht — es ist ein bewusster Genuss. Mit diesen sieben Tipps wird dein nächster Ausflug nachhaltiger.

Mehr über plastikfreien Alltag: Weniger Plastik – aber wie? Und mehr Details findest du im Artikel Plastikfrei wandern.


Mini‑Guide: Plastikfrei am Strand – 5 Dinge, die du sofort ändern kannst

Ein Strandtag ist wunderschön — aber leider oft voller Plastik. Mit diesen fünf einfachen Änderungen wird dein Besuch nachhaltiger und angenehmer.

Dramatischer Abendhimmel mit Regenschwaden 
über dem plastikfreien Adriastrand bei Fermo, Marken
Dramatischer Wolkenhimmel mit Regenschauern über dem Meer, orangefarbenes Horizontband bei Sonnenuntergang, Strand mit Palmen.

1. Plastikfreie Sonnencreme

Mineralische Sonnencreme ohne Mikroplastik schützt Korallen und Meereslebewesen.

2. Wiederverwendbare Trinkbehälter

Glas- oder Edelstahlflaschen bleiben kühl, sind robust und vermeiden Einwegplastik.

3. Baumwoll- oder Jutetaschen statt Plastiktaschen

Sandresistent, langlebig und viel schöner.

4. Snacks ohne Verpackungsmüll

Obst, Sandwiches oder Nüsse in Edelstahlboxen — kein Müll, kein Ärger.

5. Mikroplastikfreie Strandkleidung

Badebekleidung aus recycelten Materialien oder Naturfasern reduziert Mikroplastik im Meer.

Fazit: Kleine Änderungen, große Wirkung — für dich und die Natur.

Mehr über plastikfreien Alltag: Mikroplastik im Blut


Mini‑Guide: Plastikfrei im Garten – so schützt du Bienen & Schmetterlinge

Ein Garten kann ein kleines Paradies sein — für dich und für Bestäuber. Mit diesen Tipps gestaltest du ihn plastikfrei und naturfreundlich.

Zwei Zitronenfalter auf einer lila Distelblüte plastikfrei
im Sommer im Parco Regionale del Conero.
Zwei Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni) auf einer violetten Distelblüte, symmetrische Anordnung.
  • Naturmaterialien statt Plastik

Holz, Ton, Metall und Stein sind langlebig und ästhetisch.

  • Bienenfreundliche Pflanzen

Lavendel, Salbei, Sonnenhut, Thymian — pflegeleicht und wertvoll.

  • Plastikfreie Bewässerung

Metallgießkannen, Tonkegel, Regenwasser sammeln.

  • Kompost statt Plastikdünger

Natürlicher Kreislauf, weniger Müll, bessere Bodenqualität.

  • Lebensräume schaffen

Totholz, Steinhaufen, kleine Wasserstellen — alles ohne Plastik.

Fazit: Ein plastikfreier Garten ist lebendig, gesund und voller Vielfalt.

Mehr über den plastikfreien Alltag: Weniger Plastik – aber wie?


Mini‑Guide: Was wir von der Natur lernen können

Die Natur zeigt uns, wie Kreisläufe funktionieren — und wie wenig wir eigentlich brauchen.

Rosa Gerbera- plastikfrei - in extremer Nahaufnahme 
mit gelber Mitte und Pollenkranz
Makroaufnahme einer pinken Gerbera mit Detailansicht der Röhrenblüten und Staubbeutel.
  1. Alles hat einen Kreislauf

Nichts ist Abfall, alles wird wieder Teil des Ganzen.

  • Weniger ist mehr

Die Natur ist effizient — ohne Überfluss.

  • Materialien sind entscheidend

Holz, Stein, Wasser, Erde — alles natürlich, alles sinnvoll.

  • Balance statt Perfektion

Nachhaltigkeit ist ein Prozess, kein Ziel.

Fazit: Die Natur ist unser bester Lehrer für ein plastikfreies Leben.

Mehr über plastikfreien Alltag: Jeder kleine Schritt zählt


Mini‑Guide: Was wir von den Rasenna lernen können

Die Rasenna lebten mit Materialien, die atmen, altern und vergehen. Ihre Haltung war geprägt von Naturverbundenheit, Handwerk und Qualität – eine Inspiration für ein modernes, plastikbewusstes Leben.

Dramatischer Sonnenuntergang mit orange-roten 
Wolken über den Dächern von Fermo, Marken, Italien
Dramatischer, orange-roter Wolkenhimmel bei Sonnenuntergang über den Monti Sibillini und der Hügellandschaft der Marken, mit Gebäuden im Vordergrund.

Was wir von ihnen mitnehmen können:

  • Natürliche Materialien haben Geschichte und Würde.
  • Handwerk verbindet Nutzen und Schönheit.
  • Nachhaltigkeit ist keine Erfindung unserer Zeit.
  • Die Haltung der Rasenna ist erstaunlich modern.
  • Alte Geschichten können neue Wege öffnen.

Mehr über plastikfreien Alltag: Rasenna – warum dieser Name?


Nachhaltigkeit ist kein Ziel, das man irgendwann erreicht, sondern eine Haltung, die sich im Alltag zeigt. Jeder kleine Schritt zählt — und jeder Mini‑Guide in diesem Hub ist dafür gemacht, dich genau dabei zu unterstützen. Du musst nicht alles auf einmal verändern. Du musst nur anfangen.

Ein etwas grüner Architekt

Weiterführende Links:

Mikroplastik im Blut – und wie wir uns schützen können

Kristallklarer Gebirgsbach im Wald – sauberes Wasser das es zu schützen gilt


Es sieht manchmal aus, als ob wir der Plastikflut hilflos ausgeliefert wären. Wenn man genauer hinschaut, wird einem klar: Wir sind vom Plastik nicht nur umgeben – es durchdringt uns direkt. Mikroplastik-Partikel wurden inzwischen im menschlichen Blut nachgewiesen und sie sollen sogar in der Lage sein, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden.
Jemand hat behauptet, unser Gehirn enthält so viele Mikroplastikpartikel, dass man daraus einen kleinen Löffel formen könnte. Das ist wohl übertrieben – und kaum beweisbar. Aber die Tatsache, dass Plastikpartikel überhaupt bis ins Gehirn gelangen können, sollte uns nachdenklich machen.

Gelbes Segelboot auf ruhigem Meer unter wolkigem Himmel – Hinweis auf die Belastung der Ozeane durch Mikroplastik
Segelboot am Meer mit Wolken im Hintergrund

Wer trägt die Verantwortung?


Die Plastikbranche hat eine einfache Antwort: Das Problem seien nicht die Hersteller, sondern die Konsumenten, die Plastik achtlos in der Umwelt zurücklassen und es ist eine Frage der Erziehung, sagen sie.
Da ist etwas Wahres daran, aber es ist nur ein Teil der Wahrheit. Bei den Mengen an produzierten Waren ist der unvermeidliche Rest an nicht recyceltem Material für die Umwelt ein erhebliches Problem – unabhängig davon, wie sorgfältig der einzelne Konsument vorgeht. Hinzu kommt, dass viele Kunststoffe gar nicht recycelt werden können und man sie nur verbrennen kann. Bei der Verbrennung entstehen giftige Gase wie Dioxin – es sei denn, die Filteranlagen arbeiten einwandfrei und das ist nicht immer der Fall.

Gelbe Taglilie mit Regentropfen vor dunklem Baumstamm in einer natürlichen Gartenumgebung, reine Natur ohne Mikroplastik.
Gelbe Taglilie mit Regentropfen vor dunklem Baumstamm in einer natürlichen Gartenumgebung

Mikroplastik – was wir konkret tun können


Hilflos sind wir nicht: Es gibt einige einfache Gewohnheiten, die den Kontakt mit Mikroplastik im Alltag spürbar reduzieren – ohne großen Aufwand.
Der wichtigste Schritt ist wohl der Verzicht auf Wasser aus Plastikflaschen. Eine Edelstahl- oder Glasflasche mit Leitungswasser – in den meisten europäischen Ländern von ausgezeichneter Qualität – ist die einfachste und günstigste Alternative. Warum Kleidung aus Naturfasern so wichtig ist, erkläre ich im Artikel Plastikfrei(er) Sport treiben.


Zahnpasten, Duschgels und Cremes enthalten oft Mikrogranulat aus Kunststoff. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich – oder der Wechsel zu Naturprodukten ohne diese Zusätze.
Lebensmittel bewahre ich nicht mehr in Plastikbehältern auf, besonders keine warmen Speisen. Ein Bienenwachstuch statt Frischhaltefolie ist eine angenehme Alternative – es funktioniert gut und sieht nebenbei auch schöner aus.


Beim Kochen vermeide ich Plastiklöffel im heißen Topf – die Hitze löst Partikel aus dem Material heraus. Holzkochutensilien sind die naheliegende Alternative. Und wer synthetische Kleidung wäscht, kann einen speziellen Mikrofaserbeutel verwenden, der die Kunststofffasern auffängt, bevor sie ins Abwasser gelangen.
Kleinere Details, die trotzdem zählen: Innenluft enthält oft mehr Mikroplastikpartikel als Außenluft – regelmäßiges Lüften hilft. Und Staubsaugen ist dem feuchten Wischen vorzuziehen, weil sich Plastikpartikel im Hausstaub ansammeln. Mehr Tipps für ein plastikfreieres Leben findest du im Artikel Weniger Plastik – aber wie?

Wellen, die gegen Felsen schlagen, mit Strand und Vogel im Hintergrund – Symbol für die verletzliche Natur der Meere
Brandung am Adriastrand in den Marken.

Kein Grund zur Panik – aber ein Grund zum Handeln


Das alles klingt nach viel. Aber niemand muss alles auf einmal ändern. Ein Schritt nach dem anderen reicht – und jeder Schritt zählt. Darum geht es hier. Warum kleine Schritte so viel bewirken, zeige ich im Artikel Jeder Schritt zählt.“

Jeder kleine Schritt zählt


Ein etwas grüner Architekt


Checkliste: Mikroplastik im Alltag reduzieren

Mikroplastik ist überall – aber wir sind nicht hilflos. Kleine Gewohnheiten reduzieren den Kontakt spürbar, ohne den Alltag zu erschweren.

Diese Woche – ein Schritt genügt:

⬜ Leitungswasser statt Plastikflasche

⬜ Naturkosmetik ohne Mikrogranulat wählen

⬜ Lebensmittel in Glas statt Plastik aufbewahren

⬜ Holzkochutensilien statt Plastiklöffel

⬜ Kleidung aus Naturfasern reduziert Mikrofasern im Abwasser

⬜ Mikrofaserbeutel beim Waschen synthetischer Kleidung

⬜ regelmäßig lüften – Innenluft enthält mehr Mikroplastik

⬜ Staubsaugen statt feucht wischen

⬜ Frische Lebensmittel statt Plastikverpackungen wählen


📺 Zum Thema lohnt sich ein Blick auf die Dokumentation „The Plastic Detox“ (Netflix, 2026).

Sie begleitet sechs Paare die ihren Plastikkonsum für drei Monate reduzieren – und zeigt eindrücklich wie Mikroplastik und Plastikchemikalien den Körper beeinflussen können.

Ein Hinweis der Fairness halber: Die Stichprobe ist klein und Wissenschaftler mahnen zur Vorsicht bei allzu schnellen Schlüssen. Aber als Denkanstoß ist die Doku sehr sehenswert.

👉 Trailer auf Rotten Tomatoes
👉 Für Netflix-Abonnenten: Netflix


Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Blog und präsentiert eine Vielzahl von Artikeln, Einblicken und Ressourcen, um Leser zu informieren und zu inspirieren.

Die Frauen der Rasenna

Wandfresko aus dem Grab der Leoparden in Tarquinia – etruskische Frauen und Männer beim Bankett, Symbol für Gleichberechtigung in der Rasenna‑Gesellschaft. Tomba dei Leopardi, Tarquinia, ca. 480 v. Chr.

Bei den Rasenna nahmen die Frauen eine Stellung ein, die in der Antike keine Beispiele hatte. Die Griechen waren kurz gesagt skandalisiert: Mehrere Geschichtsschreiber berichten über die Freiheiten, die den Frauen zustanden und die Rolle, die sie in der Gesellschaft einnahmen. Mehr dazu im Artikel „Rasenna, warum ein etruskischer Name„.

Eine Stellung, die ihrer Zeit voraus war

Bei den Griechen der Antike war die Frau, bei den meisten ihrer Völker zumindest, an den Haushalt gebunden und bei Festen und Empfängen blieb sie in ihren Gemächern und die Männer unter sich.

Der Sarkophag der Eheleute aus Cere und Grabbeigaben in vielen der Nekropolen der 12 Städte der Dodekapolis, geben uns ein Bild von der Rolle der Frau der Rasenna, die innerhalb des Ehepaares gleichgestellt erscheint, was für die anderen Völker des Mittelmeeres kaum vorstellbar war.

Porträt der Velia, etruskisches Wandfresko, Tomba dell'Orco, Tarquinia, Italien
Porträt der Velia, Wandfresko, Tomba dell’Orco,
Tarquinia, ca. 4. Jahrhundert v. Chr.
Quelle: Strong, D.E., Welt der Antike,
Bertelsmann 1967.
Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Was die Griechen über die Frauen der Rasenna berichteten

Die Griechen stellten die Rasenna in ein schlechtes Licht. Theopompo, der besonders böswillige auf sie zu sprechen war, schreibt: „Die Frauen der Rasenna werden gemeinsam gehalten, sie pflegen ihren Körper sehr und zeigen sich oft nackt unter sich und den Männern, da es nicht unanständig ist, sich nackt zu zeigen. Sie pflegen sich zu Tisch zu legen, nicht an der Seite ihres Ehemannes, sondern neben einem beliebigen der Anwesenden. Sie sind starke Trinkerinnen und sehr schön anzusehen.“

Die Frauen der Rasenna durften auch einen Ausländer heiraten und durch diese Heirat wurde er in die Familie der Frau gleichberechtigt aufgenommen und bekam das Bürgerrecht. Das klingt heute völlig normal, in der Antike war es aber bei weitem nicht so.

Man kann sich fragen, woher diese Abneigung kommt und was daran alles wahr ist. Es spielen sicher die jahrhundertelangen Konflikte zwischen Griechen und Rasenna um die Vorherrschaft im Mittelmeer eine Rolle.

Aber was wissen wir überhaupt über die Gesellschaft der Rasenna und der Rolle ihrer Frauen? Eine Quelle sind die Geschichtsschreiber und Ethnologen der Griechen und Römer und wie wir gesehen haben sind ihre Überlieferungen nicht immer objektiv. Von den Rasenna sind fast keine schriftlichen Zeugnisse erhalten geblieben. Noch dazu weiß man von keinem Text für Theater oder von einem Heldenepos, wo etwas mehr zu erfahren gewesen wäre. Man kennt von ihnen nur Fragmente von religiösen Büchern in denen sie die sog. „etruskische Disziplin“ festgehalten haben: Minuziöse Regel für Abläufe und Ausführung von Riten und Ritualen.


Was die Gräber erzählen

Was uns geblieben ist, sind die monumentalen Gräber mit ihren Wandgemälden und die Beigaben, die den Toten die Reise ins Jenseits angenehmer machen sollten. Diese Gegenstände geben uns einen Hinweis über die Stellung der/des Verstorbenen in der Familie und der Gesellschaft und man kann sich davon ein Bild des Reichtums und des Ansehens der einzelnen machen.

Etruskische Terrakotta-Statue einer jungen Frau,
Metropolitan Museum of Art, New York, ca. 500 v. Chr.
Etruskische Terrakotta-Statue einer jungen Frau,
Metropolitan Museum of Art, New York.
ca. 500 v. Chr.
Original: James L. Taylor, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons.
Bearbeitung: Othmar Egger / rasenna.de
Weitergabe unter CC BY-SA 2.0

Beispiele aus der Geschichte der Rasenna

Wir wissen von einer Prinzessin der Rasenna, die einen Griechen geheiratet hatte und mit ihm in eine aufstrebende Nachbarstadt zog. Sie gelangten nach Rom und es war auch ihrem Ansehen als Priesterin und Wahrsagerin zu verdanken, dass ihr Mann mit dem Namen Tarquinio Prisco der erste etruskische König von Rom wurde.

So sehen wir auf verschiedenen Wandmalereien der Gräber die Frauen der Rasenna bei den Festen und Banketten, auf einem Triklinium liegend, sie hören die Musik, die den Alltag der Rasenna begleitete, wohnen den Tanzvorführungen bei, essen und trinken von Jünglingen bedient, elegant gekleidet, schmuckbehangen, plaudern sie und passen so gar nicht in das Bild, das die Griechen und Römer von ihren Frauen hatten. Sogar Aristoteles bemängelte diese Sitten: „Die Rasenna bankettieren mit ihren Frauen unter derselben Decke liegend“. Es war für die Griechen unvorstellbar mit ihrer Frau zu einem Bankett zu gehen.

Etruskisches Tänzerpaar aus Tarquinia – Szene eines Festes, das die Gleichberechtigung der Frauen der Rasenna zeigt
Tanzpaar, etruskisches Wandfresko,
Tarquinia, ca. 5. Jahrhundert v. Chr.
Yorck Project / Wikimedia Commons, GNU FDL

Gleichberechtigung der Frauen im Alltag der Rasenna

Und noch eigenartiger musste den anderen Völkern vorkommen, dass die Frauen der Rasenna ihren eigenen Familiennamen hatten und weitergeben konnten und ihre Nachkommen mit dem Namen des Vaters und der Mutter genannt wurden.

Die Familie der Rasenna war eine wohlige Umgebung, in der die Kinder auf dieselbe Weise erzogen wurden, Buben und Mädchen, da sie wie der stoische Philosoph Mutonio Rufo berichtete „beide mit Intelligenz ausgezeichnet sind“.

Es ist so, wie es der bedeutende Etruskologe Massimo Pallottino erkannt hatte, die Frauen der Rasenna hatten eine Stellung, die man mit der der modernen Frau vergleichen kann.

Die Frauen der Rasenna – selbstbewusst, unabhängig, gleichberechtigt. Kein Wunder dass, dieser Blog ihren Namen trägt.

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt


Mini‑Guide: Eine moderne Haltung aus der Antike – Die Frauen der Rasenna

Die Frauen der Rasenna lebten eine Freiheit, die ihrer Zeit weit voraus war. Ihre Geschichte zeigt, wie modern Gleichberechtigung sein kann – und wie selbstverständlich und warum ihre Haltung bis heute inspiriert.

Was dieser Artikel vermittelt:

  • Gleichberechtigung ist keine neue Idee.
  • Selbstbestimmung hat Tradition.
  • Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Grundrecht.
  • Alte Kulturen können inspirieren.
  • Moderne Haltung entsteht aus Respekt.

Die natürlichen Materialien der Rasenna sind für uns Inspiration bei der plastikfreien Gestaltung unseres Alltag. Mehr dazu im Artikel „Jeder kleine Schritt zählt“ und „Weniger Plastik – mehr Leben“.

Mehr dazu bei:

Jeder kleine Schritt zählt

Feldweg durch die Campagna mit Blick zum Horizont - jeder kleine Schritt zählt

Das kann man sich fragen – und das hat sich sicher schon jeder von uns gefragt: Wenn ich etwas für die Umwelt tun will, was macht es denn aus, wenn ich das Fahrrad statt dem Auto nehme, keinen in Cellophan verpackten Salat kaufe, eine Hose weitertrage, statt sie wegzuwerfen, meine Trinkwasserflasche auffülle, weniger Fleisch esse, feste Seife verwende? Kann ich mit diesem Verhalten überhaupt etwas bewirken? Kann man behaupten, dass jeder kleine Schritt zählt?


Die unbequeme Frage

In der letzten Zeit spürt man immer mehr, dass von jeder Person ein umweltbewusstes Verhalten verlangt wird. Man hat fast den Eindruck, dass die Verantwortung auf jeden von uns abgewälzt wird – als ob es keine anderen Mitwirkenden gäbe.

Der italienische Journalist Fabio Ciconte bringt es auf den Punkt: Den Begriff des persönlichen CO₂-Fußabdrucks haben die Erdölindustrien erfunden, um das Gewicht der Verantwortung auf uns alle zu verteilen. Auf diese Weise fühlt sich jeder miteinbezogen – und die Aufmerksamkeit wird von der Tätigkeit der Konzerne abgelenkt. ¹

Kein Geheimnis übrigens: Es war BP, die diesen Begriff 2004 in die Welt gesetzt hat.

Blick durch ein geöffnetes Fenster ins Grüne – Moment des Nachdenkens über Verantwortung und Umwelt.
Ein stiller Fensterblick ins Grüne.

Die andere Seite

Und dennoch – die Zahlen sind ernüchternd. Im Jahr 2023 wurden sechs Millionen Tonnen Plastik mehr produziert als im Jahr zuvor. ² Ja – es braucht politischen Druck. Ja – die Hersteller müssen in die Pflicht genommen werden. Greenwashing ist keine Lösung – dafür hat es mittlerweile sogar ein Gesetz gebraucht.

Aber warten wir auf die Politik? Auf die Konzerne?


Was Papst Franziskus dazu sagt

In seiner Enzyklika „Laudato si“ schreibt Papst Franziskus: „Es ist sehr edel, die Aufgabe zu übernehmen, für die Schöpfung mit kleinen, täglichen Aktionen zu sorgen… Man soll nicht denken, dass diese Mühen nicht die Welt verändern werden.“ ³

Das ist kein naiver Aufruf. Es ist eine realistische Haltung – weil wir viele sind. Wenn jeder von uns seinen kleinen Beitrag gibt, ist der gemeinsamen Sache geholfen.

Bunte Kirchenfenster der Església Santa Margalida, 
Mallorca, Spanien
Kirchenfenster der Església Santa Margalida,
Mallorca, Spanien.
Original: H. Zell, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.
Bearbeitung: Othmar Egger / rasenna.de
Weitergabe unter CC BY-SA 3.0

Beides tun

Ciconte hat recht – und Franziskus hat recht. Die Verantwortung liegt nicht nur bei uns. Aber wir können nicht warten.

Also beides: Die eigenen kleinen Schritte gehen – und bei der nächsten Wahl daran denken, wer sich wirklich um die Umwelt kümmert.

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt


¹ F. Ciconte, Il cibo è politica, S. 42 ² D. Charles und L. Kimman, Plastic Waste Maker Index 2023 ³ Papst Franziskus, Laudato si, S. 204, Libreria Editrice Vaticana


Mini‑Guide: Warum kleine Schritte wirklich wirken

Die Verantwortung liegt nicht nur bei uns – aber wir sind Teil der Lösung. Kleine Routinen summieren sich, wenn viele Menschen sie leben.

Gedanken aus diesem Artikel:

  • Politischer Druck ist notwendig.
  • Industrie trägt Verantwortung.
  • Alltagshandeln ist trotzdem wirksam.
  • Kleine Schritte sind realistisch und wertvoll.
  • Veränderung entsteht durch viele, nicht durch wenige.

Zweimal die Woche laufe ich – und bin von Kopf bis Fuß in Plastik eingepackt

Laufweg im Sommer

Zweimal in der Woche laufe ich – und dabei entdecke ich, wie viel Kunststoff in meiner Sportkleidung steckt und welche kleinen Schritte mich davon wegführen.


Warum diese kleine Routine so viel bewirkt.

Baumgesäumter Weg entlang eines Flusses im Frühling – ruhige Naturstimmung für eine Laufroute
Laufweg entlang der Passer in Meran, Südtirol

So zweimal in der Woche ziehe ich meine Laufsachen an und laufe eine Runde. Irgendwann habe ich angefangen, genauer hinzuschauen – und festgestellt: Ich bin von Kopf bis Fuß in Kunststoff gekleidet. T-Shirt, Hose, Fleece, Windstopper, Schuhe. Nur die Socken sind aus Baumwolle, fast hätte ich das vergessen.
Dabei sind die Vorteile von Kunstfasern beim Sport nicht von der Hand zu weisen. Sie leiten Feuchtigkeit nach außen ab, halten den Wind ab und die Schuhe dämpfen jeden Schritt. Das alles stimmt, aber muss wirklich alles aus Plastik sein? Wie stark synthetische Kleidung zur Mikroplastikbelastung beiträgt, zeigt die Analyse der European Environment Agency


Der T-Shirt-Tausch

Am unwohlsten gefühlt habe ich mich immer im Polyester-T-Shirt. Also habe ich es einfach ausprobiert: Ein Baumwoll-T-Shirt statt Polyester.
Der Unterschied ist spürbar: Das Baumwoll-T-Shirt trägt sich angenehmer, aber mit der Zeit sieht man halt die feuchten Stellen. Im Winter, wo noch weitere Lagen darüber kommen, sieht niemand, dass das T-Shirt feucht ist – und zu Hause angekommen zieht man es gleich wieder aus.
Jetzt sind wir im Sommer, und die Frage stellt sich: Laufe ich mit einem nassen T-Shirt durch die Stadt oder nicht? Ich habe beschlossen: Ja. Auf dem Hinweg bin ich noch nicht aufgeheizt und auf dem Rückweg trage ich es mit einer gewissen Gelassenheit. Es zeigt immerhin, dass man sich bewegt hat und, ob man die nassen Stellen sieht, hängt übrigens stark von der Farbe des T-Shirts ab – da werde ich noch einige Versuche machen.

Laufshirts aus Baumwolle und Polyester als visueller Materialvergleich.
Vergleich von Laufshirts Kunststoff-/Naturfaser

Warum kleine Veränderungen im Alltag wirklich wirken, erkläre ich im Artikel Jeder kleine Schritt zählt und wie Naturfasern Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, erklärt Textile Exchange.


Was als nächstes kommt

Eine kurze Hose aus Baumwolle ist bereits der nächste Schritt. Damit wäre ich, abgesehen von den Schuhen, schon weitgehend plastikfrei unterwegs. Zweimal in der Woche laufe ich und habe immer weniger Kunststoff-Bekleidungsstücke an.
Für die Winterausrüstung habe ich noch Zeit: Alternativen für den Fleece-Pullover und die lange Hose werde ich in Ruhe suchen. Auch für die Laufschuhe gibt es Alternativen, auch wenn sie vielleicht nicht so perfekt gedämpft sind wie die gängigen Modelle: Es ist einen Versuch wert.
Und die Schwimmhose? Die bleibt vorerst aus Kunstfaser. Manche Kompromisse macht man bewusst – und das ist in Ordnung.

Wie nachhaltige Routinen den Alltag verändern können, zeige ich im Artikel Ein etwas grüner Architekt und welche Materialien in nachhaltigen Laufschuhen eingesetzt werden, zeigt die Übersicht von Fashion For Good.


Kleine Schritte, große Wirkung

Es ist ein Prozess. Aber jede Laufrunde bringt mich einem plastikfreieren Kleiderschrank etwas näher – und jeder kleine Schritt zählt. Weitere Gedanken über kleine Veränderungen findest du im Artikel Weniger Plastik – aber wie?

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt


How‑To: Plastikfrei(er) Sport treiben

Sportkleidung ist fast vollständig aus Kunststoff – aber nicht alles muss so bleiben. Kleine Experimente zeigen, wie angenehm natürliche Materialien sein können.

Was du diese Woche ausprobieren kannst:

  • Ein Baumwoll‑T‑Shirt verändert das Gefühl beim Laufen.
  • Naturfasern funktionieren besser als erwartet.
  • Kompromisse gehören dazu.
  • Nachhaltigkeit ist ein Prozess – kein Zustand.
  • Jede Laufrunde kann ein kleiner Schritt sein.

Mehr Inspiration zu plastikfreien Routinen findest du im Mini-Guide-Hub -Artikel.

Interessante Argumente auch in:

Weniger Plastik, mehr Leben – wo fangen wir an?

Blaue Trinkflasche neben vielen bunten Plastikdeckeln als Symbol für den alltäglichen Plastiküberfluss.
Wiederverwendbare Trinkflasche auf einem gestreiften Tuch als plastikfreie Alternative im Alltag.
Eine einfache Alternative zu Plastik im Alltag.

Wir schwimmen in Plastik. Nicht wirklich – obwohl die Bilder aus unseren Ozeanen manchmal genau diesen Eindruck erwecken. Aber in unserem Alltag ist Kunststoff so allgegenwärtig geworden, dass wir ihn kaum noch wahrnehmen. Unsere Kleidung, unsere Küche, unser Bad, unser Büro – überall Plastik. Wer einmal bewusst hinschaut, kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Und dann stellt sich unweigerlich diese eine Frage: Kann das wirklich gut für uns sein? Weniger Plastik, mehr Leben – wo fangen wir an? Ein erster Schritt ist den Plastiküberfluss zu erkennen.


Plastik ist nicht das Problem – der Überfluss ist es


Wir leben im Kunststoffzeitalter. Seien wir ehrlich: Kunststoff hat unser Leben in vielerlei Hinsicht verbessert. Er isoliert, schützt, ist leicht, farbig, formbar, durchsichtig, günstig. Fahrradhelme, Kontaktlinsen, Babyflaschen, Dichtungen, Elasthan in Kleidern, medizinische Geräte – auf vieles davon können und wollen wir nicht verzichten. Und das müssen wir auch nicht.
Aber zwischen dem Unverzichtbaren und dem Überflüssigen liegt ein riesiger Spielraum. Und genau dort fängt die Veränderung an. Das Umweltbundesamt erklärt übersichtlich, wie sich Plastik im Alltag reduzieren lässt und warum kleine Schritte Wirkung zeigen.


Ein kleines Beispiel aus der Vergangenheit – Weniger Plastik im Alltag


Ich erinnere mich, wie wir als Kinder unsere Schulhefte in Packpapier eingebunden haben – braun oder weiß, sorgfältig gefaltet, manchmal bunt bemalt oder bedruckt. Es war ein kleines Ritual. Heute gibt es dafür Plastikfolien. Schneller, klar. Aber schöner? Notwendig? Ich glaube nicht.
Dieses kleine Beispiel zeigt, wie viel sich verändert hat – fast unbemerkt wurde es selbstverständlich. Und es zeigt auch, wie einfach es manchmal wäre, zurückzufinden zu dem, was früher ganz normal war. Was wir brauchen ist weniger Plastik im Alltag, dazu auch mein Artikel „Jeder kleine Schritt zählt„.


Was dieser Blog will


Keine Perfektion, keine erhobenen Zeigefinger. Nur der Versuch, Alternativen zu finden, sie auszuprobieren und ehrlich darüber zu berichten. Was funktioniert, was nicht. Was sich lohnt und was übertrieben ist. Weniger Plastik, mehr Leben – wo fangen wir an? Vielleicht genügt fürs Erste weniger Plastik im Alltag. Das Fraunhofer Institut beschreibt, welche Kunststoffe sinnvoll sind – und wo Überfluss entsteht und in meinem Artikel Mikroplastik im Blut gibt es auch nützliche Informationen.

Jeder kleine Schritt zählt.


Ein etwas grüner Architekt


Blaue Trinkflasche auf gestreiftem Tuch, flankiert von Muscheln und Seesternen in einer ruhigen Strandkomposition.
Ein Moment der Ruhe – und ein Blick auf das Wesentliche.

Checkliste: Der Einstieg ins plastikbewusste Leben

Zwischen dem Unverzichtbaren und dem Überflüssigen liegt ein großer Spielraum. Wer ihn entdeckt, findet Wege, die weder radikal noch kompliziert sind.

Diese Woche – ein Schritt genügt:

  • Einwegtüten durch einen Stoffbeutel ersetzen
  • Eine Plastikflasche durch eine Glasflasche ersetzen
  • Feste Seife statt Flüssigseife im Plastikbehälter
  • Obst und Gemüse unverpackt kaufen
  • Eine Plastikzahnbürste durch eine Bambusbürste ersetzen
  • Einwegbecher durch einen Thermobecher ersetzen
  • Plastikfolie durch Bienenwachstuch ersetzen

Und immer:

  • Wahrnehmen was man kauft
  • Ein Schritt pro Woche genügt
  • Perfektion ist kein Ziel

Weitere Informationen unter: