Plastikfrei Wandern

Holzwegweiser mit Wanderzielen im Fichtenwald, Südtirol

Seit meiner Jugend gehe ich gerne in der Natur spazieren, ob in einem Park oder in einer ländlichen Gegend zwischen Feldern und Wiesen und früher war plastikfrei wandern normal. Ich liebe es auch in Wäldern zu wandern, sei das in der Ebene oder in einem Gebirge. Dort wo ich lebe, gibt es alle diese Möglichkeiten und ich halte mich mit regelmäßiger Bewegung fit.

Besonders das Berg-Wandern ist in Südtirol beliebt und die vielen Wanderwege ziehen viele Touristen aus allen möglichen Ländern an. Die Wanderwege sind gepflegt und man findet immer wieder Einkehrmöglichkeiten, um sich auszuruhen, etwas zu trinken oder zu essen, oder Schutz vor schlechter Witterung zu finden. Jeder findet, was er sucht: leichte, ebene Wanderwege oder anspruchsvolle, wo man eine große Anzahl von Höhenmetern überwindet.

Aber nicht alle Täler in Südtirol sind gleich stark besucht. Zufahrtssperren und Drehkreuze klingen nach Overtourism, sind befremdend und das Ergebnis von einem falschen Marketing. Dabei gibt es in Südtirol wunderbare Alternativen abseits der Touristenmagnete – kleine Ortschaften und stille Täler wo man sich wohler fühlt und die Natur unberührt ist.

Schmaler Wanderpfad zwischen Felsen und Nadelbäumen in Südtirol zum plastikfrei wandern
Schmaler Wanderpfad zwischen Felsen und Nadelbäumen, Südtirol.

Entlang von vielen längeren Wanderwegen, wie dem „Meraner Höhenweg“, kann man auf Bauernhöfen übernachten und am nächsten Tag den Weg fortsetzen. Einige dieser Bergbauernhöfe liegen auf 1.500 Höhenmetern und sind das ganze Jahr über bewohnt und bewirtschaftet. Sie haben ein paar Gästezimmer und man bekommt, wie auf dem „Obervernatschhof“ im Schnalstal, Abendessen und Frühstück, bevor man sich wieder auf den Weg macht.

Nachhaltig wandern: Kleidung und Materialien ohne Plastik

Überall entlang der Wege findet man Quellen, wo man seine Trinkflasche wieder auffüllen kann. Zur Stärkung nimmt man sich ein belegtes Brot, einen Apfel mit oder selbstgemacht Snacks, die man in einer Metallbox aufbewahren kann. Bei der Kleidung zahlt es sich aus auf Naturfasern zu setzen, auch wenn die Sportartikelketten fast ausschließlich Kunstfaser-Produkte anbieten. Und auch bei der Ausrüstung wird man langsam zu Naturmaterialien zurückfinden, so hoffe ich es zumindest. Warum kleine Veränderungen so viel bewirken, erkläre ich im Artikel Jeder kleine Schritt zählt.

Tannenzweige in Nahaufnahme vor dunklem Hintergrund in Südtirol entlang eines Wanderweges.
Tannenzweige in Nahaufnahme vor dunklem Hintergrund, Südtirol.

Und ja, respektieren wir die Natur, nicht nur in den National- oder Regionalparks, denn wir sind schließlich Gäste im Lebensbereich von Pflanzen und Tieren.

Wenn du erfahren möchtest, wie sich natürliche Materialien beim Sport anfühlen, dann lies den Artikel zweimal die Woche laufe ich.

Aus diesen Gedanken habe ich sieben konkrete Tipps zusammengestellt – für deinen nächsten Ausflug in die Natur.


Mini‑Guide: Plastikfrei wandern – 7 Tipps

Wandern ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Natur bewusst zu erleben — und gleichzeitig ein idealer Moment, um Plastik zu vermeiden. Mit diesen sieben Tipps gelingt dir ein nachhaltiger Ausflug ohne Aufwand und konkrete Tipps für den Alltag findest du im Artikel Weniger Plastik – aber wie?.

1. Wiederbefüllbare Trinkflasche

Glas oder Edelstahl sind langlebig, geschmacksneutral und absolut plastikfrei. Fülle sie vorab mit Leitungswasser oder Tee.

2. Snacks ohne Verpackungsmüll

Nüsse, Obst, Brote oder selbstgemachte Müsliriegel in Baumwollbeuteln oder Edelstahlboxen — kein Plastik, kein Müll.

3. Kleidung aus Naturfasern

Merinowolle, Baumwolle oder Leinen sind atmungsaktiv und vermeiden Mikroplastik, das sich beim Wandern aus synthetischer Kleidung löst.

4. Müllbeutel aus Papier oder Stoff

Nimm einen kleinen Stoffbeutel mit, um unterwegs Müll einzusammeln — deinen eigenen und vielleicht auch fremden.

5. Naturfreundliche Sonnencreme

Mineralische Sonnencreme ohne Mikroplastik schützt dich und die Umwelt.

6. Plastikfreie Ausrüstung

Holzgriff-Wanderstöcke, Baumwollrucksäcke, Metallbesteck — langlebig und reparierbar.

7. Respekt vor der Natur

Bleib auf Wegen, berühre keine Pflanzen, störe keine Tiere. Nachhaltigkeit beginnt im Verhalten.

Fazit: Plastikfrei wandern ist kein Verzicht — es ist ein bewusster Genuss.

Jeder kleine Schritt zählt.

Ein etwas grüner Architekt


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