Zweimal in der Woche laufe ich – und dabei entdecke ich, wie viel Kunststoff in meiner Sportkleidung steckt und welche kleinen Schritte mich davon wegführen.
Warum diese kleine Routine so viel bewirkt.

So zweimal in der Woche ziehe ich meine Laufsachen an und laufe eine Runde. Irgendwann habe ich angefangen, genauer hinzuschauen – und festgestellt: Ich bin von Kopf bis Fuß in Kunststoff gekleidet. T-Shirt, Hose, Fleece, Windstopper, Schuhe. Nur die Socken sind aus Baumwolle, fast hätte ich das vergessen.
Dabei sind die Vorteile von Kunstfasern beim Sport nicht von der Hand zu weisen. Sie leiten Feuchtigkeit nach außen ab, halten den Wind ab und die Schuhe dämpfen jeden Schritt. Das alles stimmt, aber muss wirklich alles aus Plastik sein? Wie stark synthetische Kleidung zur Mikroplastikbelastung beiträgt, zeigt die Analyse der European Environment Agency
Der T-Shirt-Tausch
Am unwohlsten gefühlt habe ich mich immer im Polyester-T-Shirt. Also habe ich es einfach ausprobiert: Ein Baumwoll-T-Shirt statt Polyester.
Der Unterschied ist spürbar: Das Baumwoll-T-Shirt trägt sich angenehmer, aber mit der Zeit sieht man halt die feuchten Stellen. Im Winter, wo noch weitere Lagen darüber kommen, sieht niemand, dass das T-Shirt feucht ist – und zu Hause angekommen zieht man es gleich wieder aus.
Jetzt sind wir im Sommer, und die Frage stellt sich: Laufe ich mit einem nassen T-Shirt durch die Stadt oder nicht? Ich habe beschlossen: Ja. Auf dem Hinweg bin ich noch nicht aufgeheizt und auf dem Rückweg trage ich es mit einer gewissen Gelassenheit. Es zeigt immerhin, dass man sich bewegt hat und, ob man die nassen Stellen sieht, hängt übrigens stark von der Farbe des T-Shirts ab – da werde ich noch einige Versuche machen.

Warum kleine Veränderungen im Alltag wirklich wirken, erkläre ich im Artikel Jeder kleine Schritt zählt und wie Naturfasern Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, erklärt Textile Exchange.
Was als nächstes kommt
Eine kurze Hose aus Baumwolle ist bereits der nächste Schritt. Damit wäre ich, abgesehen von den Schuhen, schon weitgehend plastikfrei unterwegs. Zweimal in der Woche laufe ich und habe immer weniger Kunststoff-Bekleidungsstücke an.
Für die Winterausrüstung habe ich noch Zeit: Alternativen für den Fleece-Pullover und die lange Hose werde ich in Ruhe suchen. Auch für die Laufschuhe gibt es Alternativen, auch wenn sie vielleicht nicht so perfekt gedämpft sind wie die gängigen Modelle: Es ist einen Versuch wert.
Und die Schwimmhose? Die bleibt vorerst aus Kunstfaser. Manche Kompromisse macht man bewusst – und das ist in Ordnung.
Wie nachhaltige Routinen den Alltag verändern können, zeige ich im Artikel Ein etwas grüner Architekt und welche Materialien in nachhaltigen Laufschuhen eingesetzt werden, zeigt die Übersicht von Fashion For Good.
Kleine Schritte, große Wirkung
Es ist ein Prozess. Aber jede Laufrunde bringt mich einem plastikfreieren Kleiderschrank etwas näher – und jeder kleine Schritt zählt. Weitere Gedanken über kleine Veränderungen findest du im Artikel Weniger Plastik – aber wie?
Jeder kleine Schritt zählt.
Ein etwas grüner Architekt
How‑To: Plastikfrei(er) Sport treiben
Sportkleidung ist fast vollständig aus Kunststoff – aber nicht alles muss so bleiben. Kleine Experimente zeigen, wie angenehm natürliche Materialien sein können.
Was du diese Woche ausprobieren kannst:
- Ein Baumwoll‑T‑Shirt verändert das Gefühl beim Laufen.
- Naturfasern funktionieren besser als erwartet.
- Kompromisse gehören dazu.
- Nachhaltigkeit ist ein Prozess – kein Zustand.
- Jede Laufrunde kann ein kleiner Schritt sein.
Mehr Inspiration zu plastikfreien Routinen findest du im Mini-Guide-Hub -Artikel.
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