Zweimal täglich, seit Kindheitstagen, besser dreimal. Zähneputzen ist so selbstverständlich, dass man kaum darüber nachdenkt. Und schon gar nicht darüber, womit man es tut. Die plastikfreie Zahnbürste ist eine
der einfachsten Antworten darauf.
Eine durchschnittliche Zahnbürste aus Plastik hat eine Lebensdauer von etwa drei Monaten, aber oft werden es auch sechs. Danach landet sie im Abfall – und bleibt dort, in irgendeiner Form, für Jahrhunderte. In Deutschland allein werden jährlich fast 200 Millionen Zahnbürsten weggeworfen. Nimmt man Europa als Ganzes, wird die Zahl schnell unvorstellbar groß. [Quelle: BUND]
Dabei ist die Zahnbürste eines der wenigen Dinge, die wir wirklich täglich benutzen und regelmäßig ersetzen. Ein kleines Produkt – aber mit einer großen Summe am Ende. Kein Weg führt wohl an der plastikfreien Zahnbürste vorbei?
Die Alternativen – und ihre Tücken
Die bekannteste plastikfreie Zahnbürste ist die Bambus-Zahnbürste. Der Griff ist aus Bambus, wächst schnell nach, ist biologisch abbaubar und fühlt sich angenehm in der Hand an. Soweit, so gut. Aber dann kommen die Borsten. Und hier wird es komplizierter.
Die meisten Bambus-Zahnbürsten haben Borsten aus Nylon – also aus Kunststoff. Vollständig plastikfrei ist die Zahnbürste damit nicht. Es gibt Alternative mit Schweineborsten, was wiederum für viele Menschen aus anderen Gründen nicht in Frage kommt.
Das ist kein Grund, die Bambus-Zahnbürste zu verwerfen. Es ist einfach ein Beispiel dafür, dass es das perfekte plastikfreie Produkt oft nicht gibt. Man wählt das Bessere – nicht das Perfekte. Der Griff aus Bambus statt aus Plastik ist bereits ein Schritt in die richtige Richtung.
Zugegeben, es gibt auch noch andere Möglichkeiten: Einen Metallgriff und das austauschbare Köpfchen mit den Borsten. Da wirft man immer nur die Borsten weg.
Oder man geht ganz auf Natur und verwendet das Stäbchen aus Miswāk-Holz [Wikipedia], nachdem man es für die Verwendung richtig vorbereitet hat. Mit diesen Stäbchen vom Zahnbürstenbaum (Salvadora persica), putzt man seit Jahrtausenden die Zähne ohne Zahnpasta. Ein Hauch von Archäologie im Badezimmer – und erstaunlich effektiv dazu. Vielleicht haben sogar die Rasenna die Miswak-Stäbchen verwendet. Die Rasenna und ihre natürlichen Materialien: Die Frauen der Rasenna.

Mein erster Tausch – die Zahnbürste
Meine alte Plastikzahnbürste hat ausgedient. Sie wandert in den Abfall und wird mit ihm verbrannt oder in eine Deponie und liegt dort unzählige Jahre. Die neue Zahnbürste aus Buchenholz steht jetzt im Glas auf dem Waschbecken. Ob sie genauso gut putzt? Ja. Ob sie sich anders anfühlt? Auch. Ob es sich lohnt? Ich denke schon.
Vielleicht wäre Bambus besser gewesen, es wächst schneller nach und es müssen keine Bäume gefällt werden. Das nächste Mal denke ich daran.
Jeder kleine Schritt zählt.
Ein etwas grüner Architekt

Checkliste: Die Zahnbürste – mein erster Tausch
Der Wechsel zur plastikfreien Zahnbürste ist einfacher als gedacht. Ein kleiner Schritt – aber ein bewusster.
Diese Woche ausprobieren:
⬜ Plastikzahnbürste aufbrauchen – nicht vorzeitig wegwerfen!
⬜ Holz- oder Bambus-Zahnbürste kaufen – im Bioladen oder online
⬜ Auf die Borsten achten – Nylon oder Naturborsten?
⬜ Metallgriff mit austauschbarem Kopf als Alternative prüfen
⬜ Miswak-Stäbchen – einmal ausprobieren?
⬜ Alte Zahnbürste nicht wegwerfen – als Putzutensil weiterverwenden!
Fazit: Man wählt das Bessere – nicht das Perfekte.
Mehr über plastikfreien Alltag in meinem Artikel: Weniger Plastik – aber wie? Und in „Umweltbundesamt – Plastik vermeiden“.
Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über den Blog und präsentiert eine Vielzahl von Artikeln, Einblicken und Ressourcen, um Leser zu informieren und zu inspirieren.
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